Archiv für August, 2007

ÖVP Hetze gegen Radfahrer

Nachdem ich erschreckenderweise von Indien aus mitbeobachten muss, wie die ÖVP im Heimatland eine Hetze gegen Radfahrer startet (siehe hier ), muss ich mich diesbezüglich nun auch mal in meinem Blog melden.
Die Österreichische Volkspartei rückt mit ihrem Parteiprogramm und ihren Aktionen/Aussagen immer weiter an den rechten Rand, der Randgruppen diskriminiert. So habe ich letztens auf der offiziellen ÖVP Site gelesen, wie sie sich damit rühmen, dass durch ihre Politik nur mehr halb so viele Ausländer eingebürgert wurden, wie letztes Jahr um diese Zeit. Ist es lobenswert gerade den Menschen, die es ohnehin nicht leicht haben, das Leben noch mehr zu erschweren?! Die Volksparteil schlägt meiner Meinung nach sehr bedenkliche Wege ein und ist weit weg von dem ursprünglichen Leitbild.

Mittlerweile haben sich schon einige Qualitätsmedien zu diesen Äußerungen kompetent gemeldet. Beispielsweise hat Ö1 einen Beitrag geliefert, in dem mit den Behauptungen der ÖVP aufgeräumt wird, zu finden hier .
Ein weiterer guter Beitrag zur Sensibilisierung gegenüber Radfahrern wurde von der Presse publiziert (Link) und auch der Standard hat sich diesbezüglich mehrfach zu Wort gemeldet.
Radfahrer sind (vorallem in der Stadt) an den Rand gedrängt und das wird sich leider auch nicht so schnell ändern, solange Stadtplaner in Autos durch die Stadt flitzen und die übrigen Verkehrsteilnehmer (das Auto ist bei weitem nicht der einzige Verkehrsteilnehmer) nicht berücksichtigen.

Für mich ist es erschreckend von Indien aus zu beobachten, wie manche Parteien immer weiter in Intoleranz, Stumpfsinnigkeit und Rassismus abgleiten. Voerst könnte man hoffen, dass es sich nur um Einzelfälle innerhalb der Parteien oder um das berühmte Sommerloch handelt, jedoch wenn man solche Meldungen (wie oben beschrieben) auf der offiziellen Website der ÖVP liest, muss man sich eingestehen, dass es sich nicht um ein paar wenige handelt.
Ich plädiere an die Vernunft eines jeden Lesers und rufe auf solche Bestrebungen oder Gruppierungen mit solchen Bestrebungen nicht zu unterstützen.

Unterstützen kann man die (leider noch schwache) Radlobby auf offiziellem Wege mit einer Mitgliedschaft bei ARGUS oder auf aktivistischem Wege mit Critical Mass. Das sind nur zwei von einigen Möglichkeiten.
Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, Ride On!

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Brothers & Sisters Day

Im Feiertage erfinden sind die Inder wirklich Weltmeister. Vor erst ungefähr zwei Wochen war der Friendship Day, das beudeutet im Fernsehen spielt es den ganzen Tag die Serie Friends (WIRKLICH den ganzen Tag) und die meisten indischen Geschäfte sperren zu.
Jetzt nach zwei Wochen intensiver Arbeit könnte man doch wieder eine Pause einlegen, oder?! Gesagt – getan, heute ist der Brothers & Sisters Day und die Inder haben wieder einen Grund ihre Geschäfte geschlossen zu lassen.
Aber anlässlich dieses Tages möchte ich natürlich meine beiden Brüder daheim ganz lieb grüßen und ihnen ein Busserl aus Indien schicken. Ich hab euch lieb, ihr beiden, und bin froh, dass ich euch hab!

Den heutigen Tag habe ich ähnlich verbracht wie gestern. Den seit zwei Tagen sind die Morgen erstaunlich sonnig und warm. Das treibt mich natürlich früher aus dem Bett und nach der Morgentoilette gehe ich die Kora (was ist das? Antwort findest du hier ). Bei so schönem Wetter kann man dabei seine Gedanken richtig baumeln lassen und man trifft viele sehr nette Tibeter (die gehen die Kora auch als Morgenritual).
Nach einem kurzen Tempelaufenthalt zum Lesen gings ab ins First Cup (siehe letzter Post) für Berni’s Hot Chocolate.

Seine Heiligkeit der Dalai Lama ist seit vorgestern wieder zuhause und in einer Woche beginnen die Teachings. Diesen werde ich natürlich beiwohnen und ich freue mich schon sehr darauf!
Beste Grüße aus Indien!

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First Cup eröffnet.

Heute haben Freunde von mir ihren Coffeeshop eröffnet. Natürlich war ich gleich am Vormittag dort und habe Kakao und ein gutes Frühstück genossen. Auf dem Bild ist das Frühstück noch nicht da, aber ich genieße bereits den Kakao.

First Cup Kakao

Ausgezeichnet schmeckt der Kakao…aber wenn ihr jetzt glaubt, dass es ein ganz normaler Kakao ist, dann habt ihr euch getäuscht. Ein Blick auf die Speisekarte verrät es.

Speisekarte First Cup

Jaaaa! Ganz recht! Die Hot Chocolate ist nach mir benannt, da ich ja keinen Kaffee trinke und mich somit quasi nur von Hot Chocolate ernähre. Ich glaube, wenn einmal ein Kakao deinen Namen trägt, dann hat man es geschafft. Wer sonst kann behaupten, dass am Fuße des Himalayas in einem kleinen Kaffeehaus der Kakao seinen Namen trägt. Ich weiß nicht, ob ich noch viel mehr erreichen kann in meinem Leben.
Ich bin noch keine zwanzig Jahre alt und habe anscheinend schon die Blüte meines Lebens erreicht. Jetzt kann ich ruhigen Gewissens alt werden und am Ende meines Lebens zufrieden zurückschauen – ein Kakao mit meinem Namen, ein Traum wird wahr.

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Ich arbeite…

Jetzt muss ich wieder einmal etwas von mir hören lassen. Eigentlich habe ich immer über meine Privatvergnügen berichtet und kaum etwas über die Arbeit. Dann möchte ich das hier einmal nachholen.
Konkret derzeit arbeite ich mit einem Kanadier gemeinsam an einem Composting System (also einem Komposthaufen). Das gibt es hier nicht und ist somit ein Pilotprojekt. Es wird überlegt in den nächsten Jahren so etwas einzuführen, aber vorher muss natürlich getestet werden. Deswegen haben wir eine Kompostkiste entworfen, die so manche Qualitäten aufweisen muss, die wir zuhause nicht benötigen.
Die wichtigste Eigenschaft: Affensicher. Würden wir die Kiste nicht affensicher entwerfen, wäre der Komposthaufen ein Freudenfest für die ganze Affenschar und alles rundherum ein riesiger Sauhaufen. Dazu kommen dann noch normale Eigenschaften wie: der Kompost muss »atmen« können und so weiter.
Ein erster Entwurf sieht dann ungefähr so aus (aber es ist mittlerweile schon ein alter Entwurf, es gibt noch einige Änderungen.

composting system

Nachdem das Budget für die Kiste abgesegnet wurde, werden wir beginnen das Ding zu bauen. Da gibts dann sicher wieder Fotos.

Außerdem planen wir derzeit »guided tours« durch alle Stationen meiner Dienststelle. Da stehen Stationen am Programm wie die Paper Manufactory (Papiermanufaktur), Green Shops (Geschäfte, in denen ökologische Produkte verkauft werden), Environmental Education Center (Umweltbildungszentrum) und das Separation Center (Mülltrennungszentrum). Dazu wird das ganze Wirken meiner Stelle erläutert, die ja auch das gesamte Waste management (Müllabfuhr) hier organisiert und sehr um die Kommunikation der verschiedenen Communities (Inder & Tibeter) bemüht ist.
Die Vorbereitungen für die Schulpartnerschaft (tibetische Schulklasse von hier – wiener Schulklasse) sind auch am Laufen und sie wird Anfang Oktober wie geplant starten. Auf das sind wir schon alle sehr gespannt.
Des weiteren warten wir darauf, dass der Monsun nachlässt, um mit unseren Dreharbeiten zu beginnen. Wir drehen eine Dokumentation über meine Dienststelle, ihre Arbeit und Wirken der letzten Jahre bis heute und wie es für die Zukunft aussieht. Auf das freue ich mich auch schon besonders. Unsere Chefs haben uns außerdem mitgeteilt, dass wir nach dieser Dokumentation noch einen kleinen Film über Umweltbewusstsein für das lokale Fernsehen (und die lokale Bevölkerung) machen sollen. Das besondere an diesem Film wird sein, dass er auf tibetisch und hindi ist. Auf alle Fälle eine nette Herausforderung.

Ich hoffe, jetzt habt ihr einen kleinen Einblick bekommen, was ich derzeit hier so alles treibe.
Tashi delek aus McLeod Ganj,

Berni

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Independence Day

Am 15. August war der indische Unabhängigkeitstag und somit ein Feiertag. Seit 60 Jahren ist Indien nun ein freies Land, das haben wir (Hoaz, sein Bruder und dessen Frau und ich) zum Anlass genommen einen kleinen Ausflug zu machen.
Zuerst besuchten wir das Cricket Stadium von Lower Dharamsala. Es sieht zwar rundherum aus wie eine riesen Baustelle, doch der Platz selbst kann sich dann schon sehen lassen.

Cricket Stadium

Anschließend besuchten wir, als ordentliche Zivildiener, den Gedenkpark für die Gefallenen des Indien-Pakistan Krieges. Dieser war, sehr untypisch für Indien, äußerst fein gepflegt – aber nicht sehr spektaktulär. Am zweiten Bild machen wir unserem Titel aus Auslandszivildiener vor einem indischen Panzer alle Ehre.

Gedenkpark
Panzer

Dann fuhren wir weiter mit den Motorrädern ins wunnderschöne Kangratal. Der Monsun lässt derzeit alles in einem intensiven Grün erstrahlen und ich habe es versucht, mit der Kamera einzufangen.

Kangra Tal

Man fährt dann so ganz unschuldig durch dieses wunderbare unberührte Tal und plötzlich….mittendrin steht ein Vergnügungspark. Eine Attraktion für die vielen Inder, die auch den Unabhängigkeitstag für Ausflüge nutzen.

Mikroprater

Die Straßen sind in den letzten Jahren hier sehr stark ausgebaut worden. Aber als wir 1 1/2 Motorradstunden von McLeod Ganj – der Touristenhochburg und mein Zuhause – entfernt waren, zeigten sich die Straßen auch schon von anderen Seiten. Das fordert natürlich auch seine Opfer.

Strassenopfer

Besonders bemerkenswert sind Straßenschilder in Indien. Da gibt es wirklich eine unglaubliche Stilblüten, die einem den Tag gleich versüßen. Zwei nette Schilder auf unserem Weg habe ich fotografiert – der daneben auf der Maschin ist mein Zivikollege.

Schild1
Schild2

Langsam scheint der Monsun ein Ende zu nehmen, denn seit drei Tagen überwiegen doch mehr die Sonnenstunden. Das freut mich insofern, da die Stimmung gleich eine ganz andere ist, wenn man nicht mehr von Dachvorsprung zu Dachvorsprung hetzen muss.
Heute war ich außerdem einige Sachen für meine Wohnung einkaufen, um sie etwas wohnlicher zu machen. Im Laufe der nächsten Woche wird es dann auch Bilder von meiner Wohnung geben. Aber vorher muss ich noch ein bisschen daran feilen.
Ich komm auch immer mehr in meine Arbeit rein und es macht mir wirklich viel Spaß – eindeutig der beste Zivildienst, den man machen kann.
Tashi delek,
Berni

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